KI-Transformation im Konzern — „Menschen im Kern zu verändern ist zum Scheitern verurteilt"
Lässt sich ein Konzern mit Zehntausenden Mitarbeitern auf KI umkrempeln? Bestseller-Autor und Ex-Karstadt-Manager Ilja Grzeskowitz hat da wenig Hoffnung: Kulturwandel scheitert fast immer an den Menschen, die schon da sind. In Teil 2 erklärt er, warum 80 bis 90 Prozent unseres Verhaltens unbewusst ablaufen, was Zombie-Ameisen mit unserer Angst vor KI zu tun haben und warum der Mittelstand bei der KI-Transformation schneller ist. Dazu: Karstadts Kassen, der Apple Store und Marcos Plan, ein Buch zu schreiben.

Die Kernpunkte
- Teil 2 mit Keynote-Speaker und Bestseller-Autor Ilja Grzeskowitz
- Die Zombie-Ameisen: Was ein Pilz über unseren freien Willen verrät
- „Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen": Warum sich KI-Skepsis selbst bestätigt
- Die vier Stufen des Lernens und wie du unbewusste Muster durchbrichst
- Content-Recycling mit KI: Aus einem Buchmanuskript werden ein Dutzend SEO-Blogartikel
- 30 bis 40 Prozent von Iljas Event-Anfragen drehen sich um KI. Seine erste Gegenfrage: Warum?
- C-Level will einen Haken setzen, das mittlere Management bekommt Panik
- Von Karstadt über IKEA in die Selbstständigkeit: Iljas Weg
- KI-Transformation: Warum Kulturwandel im Konzern scheitert und der Mittelstand schneller ist
- Apple Store ohne Kassen: Chaos im Laden, trotzdem kaufen alle
- KI-Songs als Einheitsbrei und die Rückkehr echter Begegnungen
- Marco will ein Buch schreiben: Hat das gedruckte Buch noch eine Zukunft?
Sprung zu den Themen
„Es geht ja nicht darum, dass ich jetzt Experte im Benutzen von Claude werde, sondern ich nutze das ja nur als Tool, um irgendwas zu erreichen." (Ilja)"
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Transkript
Stehende Menschen im Kern zu verändern oder verändern zu wollen, ist eigentlich immer zum Scheitern verurteilt. Aber ich war jetzt zwei, dreimal in einem Apple Store. Ich finde, schlechter kannst du es nicht machen, als es Apple macht. Wenn du eine Sekte gründen möchtest, was müsstest du tun? Das ist gar nicht so schwierig. Das nur am Rande. So, Ilja, Teil 2. Die Brücke waren die Zombie-Ameisen. Ich muss ehrlich sein, ich habe den Artikel nicht gelesen. Manuel ist heute wirklich besser vorbereitet als ich. Deswegen, it's your part oder yours. Genau, der Artikel Zombie-Ameisen. Also wirklich auch empfehlenswert, sich den mal durchzulesen. Also ich fand den wirklich spannend. Danke, Manuel, für den Hint. Nee, wirklich. Da hat unser lieber Gast Ilja darüber geschrieben, dass die meisten Menschen ja, wenn sie durch einen dunklen Wald laufen, als allererstes in die gruseligsten Ecken leuchten, damit sie besonders viel Angst bekommen. Und das Thema sehe ich auch, oder diese Parallele sehe ich auch beim Thema KI, weil die Menschen als erstes daran denken, ja, aber was passiert denn, wenn jetzt hier Datenschutz und was ist denn, wenn wir auf einmal alle Zombies sind? Also die Leute sind immer eher negativ. Macht ihr uns zum Terminator? Genau. Habt ihr schon gehört? Ihr macht uns arbeitslos. Jetzt hast du es schon wieder gemacht. Ich habe nämlich eine Sache beobachtet, immer wenn Marco ein wenig Gravitas in den Podcast bringen möchte, dann lehnt er sich nach vorne und wird auch von der Tonalität... Ein bisschen ruhiger. Und Folgendes habe ich festgestellt. Und das finde ich sehr gut, weil das ist natürlich auch eine gute Technik von Speakern, die immer dann, wenn sie eine wichtige Botschaft haben, erstmal eine Pause machen. Und dann mit einer wichtigen Stimme sagen, achte mal drauf. Macht ihr da zwei einfach ihr Skill-Battle? Ja, so ein Skill-Battle. Wer kann die bessere Bronze setzen? Sehr gut. Ich bin weg. Marco hat den Podcast verlassen. Auch wieder nach vorne gerichtet. Das war übrigens vor kurzem auf einem Event, wo ich war, haben wir das als Motto reingebracht. Ich hab das schon immer so gemacht, hat den Raum verlassen. Und das ist für viele Unternehmen ein sehr, sehr gutes Motto. Nur am Rande. Ja, kennen wir. Eine kurze Anekdote, war der erste Satz, den ich gesagt habe, als ich damals die Geschäftsführung als 30-Jähriger bei DuMont übernommen habe und meine erste Verkaufsleiterrunde war und die meisten waren länger im Unternehmen, als ich alt war. Und der erste Satz, den ich gehört habe, war, das hat noch nie funktioniert. Und man liest das so oft, man hört das so oft, aber es ist ja real life. Wie oft wirst du das schon erlebt haben, dass dieser Satz gefallen ist? Das ist das, genau wie du es sagst, man denkt immer, das ist so ein Stereotyp und ist ausgelutscht. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft ich diesen Satz in den unterschiedlichsten Variationen jeden einzelnen Tag höre. Und jetzt schlage ich die Brücke. Ja. Und der Grund sind tatsächlich die Zombieameisen. Also heute haben wir den absoluten Profi hier. Ja. Sprache ist eine Waffe. Ja, ja, genau. Erzähl uns von den Zombieameisen. Ja. Zum einen, um natürlich auch wieder die Brücke zum Thema KI zu schlagen, der Artikel ist natürlich, und da hat mir auch die KI wieder sehr geholfen, es fällt mir heute sehr, sehr leicht, Content zweit, dritt, viert, sogar fünft verwerten zu können. Weil, was hat man, wenn man so ein Buch schreibt? Natürlich nicht nur sehr viel Klarheit im Kopf, man hat nicht nur ein sehr cooles Marketinginstrument, dass man auch Kunden in die Hand drücken kann, sondern du hast vor allem eins, unfassbar viel Inhalte.... Stories, Beispiele. Und in diesem Fall bin ich halt hingegangen, hab das komplette Manuskript hochgeladen, hab gesagt, mach mir aus diesem Manuskript zwölf, dreizehn, vierzehn Blogartikel, die SEO-optimiert sind und unter anderem ist der mit den Zombieameisen rausgekommen. Und das ist natürlich... Das hätte ich nicht gedacht, übrigens. Wenn du den Content-Isschen hast... Das hätte ich nicht gedacht. Also das spricht für die KI, weil ich fand, der war... Also da stand Gehirnschmalz drin, wie man so schön sagt. Ja, das liegt natürlich auch daran, weil ich der KI dann oftmals sage, belass die Schreibweise exakt so, wie sie im Buch war. Weil die KI versucht natürlich immer ihre... Es sind nicht die Zombie-Ameisen, es sind die Entscheider. Irgendwie sowas reinzubringen. Dieses Beispiel zu nehmen, fand ich sehr, sehr gut. Also das hätte ich nicht gedacht, dass die KI auf so ein Beispiel kommt. Das Beispiel ist natürlich eine zentrale Metapher, die ich im Buch gebracht habe. Und der Hintergrund ist tatsächlich spannend. Es ging um dieses Thema Psychologie der Veränderung. Frage an euch, wie sehr seid ihr überzeugt, dass wir einen freien Willen haben? Da wird jetzt schon drüber zugeredet, ne? Hast du ihm zugehört, was er studiert hat? Ja. Es sind ja so seine Lieblingsterien. Also Manuel, hast du einen freien Willen? Ja oder nein? Ich glaube, man hat einen 50-50 freien Willen. Also erstmal hast du einen Bias und bei vielen Sachen entscheidest du einfach aus dem Affekt heraus. Aber ich glaube, dass du...... dadurch, dass du sehr, sehr viele äußere Einflüsse hast,...... wird faktisch deine Entscheidung beeinflusst. Also du hast nie die Freiheit, dass du sagen kannst,...... diese Entscheidung habe ich zu 100 Prozent aus mir heraus getroffen. Jetzt sei mal dahingestellt, was bedeutet aus mir heraus? Wenn wir die ganzen äußeren Einflüsse mit einbeziehen,...... dann ist das auch ein Teil von mir. Aber ich glaube nicht, dass wir einen freien Willen in dem Sinne haben, sondern wir wägen eigentlich nur ab, was die günstigste Variante für uns ein bisschen ist. Also freier Wille ist ja wirklich nochmal ein bisschen größer gedacht. Aber nee, um die Frage, glaube ich, ein bisschen einfacher zu beantworten, weil wir eher auf das Thema KI kommen und nicht auf Psychologie. Aber nee, ich glaube nicht, dass wir einen freien Willen haben. sondern das ist ein Ergebnis aus sehr, sehr vielen Einflüssen, die zu vielleicht 70 Prozent nicht aus uns herauskommen, sondern von außen, von unserer Erziehung, Eltern, Herkunft, Land, alles Mögliche. Was sagst du dazu, Herr Regier? Fangen wir mal mit den Zombie-Ameisen an. Das erklärt es sehr, sehr gut. Es gibt eine Gattung Ameisen und den Namen dieser Ameisen, den müssten wir einmal nochmal nach... Das ist ein unfassbar langer biologischer Name. Und... Diese Ameisen, die werden von einer speziellen Gattung Pilz befallen. Das heißt, diese Pilze, die leben quasi auf einer Pflanze und fallen auf die Ameisen, die sich am Waldboden befinden. Möchtest du den Namen vorlesen? Nee, auf gar keinen Fall. Komm, ich versuch mal. Das ist ja so ein klassischer Management-Trick, wenn Manager sagen, wir müssen mal, heißt das eigentlich, ihr müsst mal. Ich würde sagen, Ophiocordyceps? Ja, genau. Unilateralis. Ja, da sind wir doch da. Perfekt. Jetzt wissen auch alle, worüber wir reden. Und der Pilz fällt auf die Ameisen und setzt sich quasi in dem kleinen Ameisengehirn fest und übernimmt die Steuerung des Gehirns. Das führt dazu, dass die Ameisen auf die Pflanze hoch Rellatern, oben sich festbeißen, sterben und dann wieder runterfallen auf die anderen Ameisen, die unter sind. Sodass sich der Pilz wie von selbst vermehrt und die Ameisen quasi Suizid begeben. Verrückt. Und jetzt will ich natürlich nicht sagen, dass wir Menschen wie Zombie-Ameisen sind. Aber eigentlich doch. Bis einer gewissen Art und Weise. Weil natürlich haben wir keine Pilze, die uns befallen. Aber du hast das sehr, sehr gut gesagt. Unser vermeintlich freier Wille, also diese Schaltzentrale, die bei uns läuft, die ist zu 80, 90, vielleicht bei manchen Menschen noch mehr, menschenunbewusst gesteuert. Das heißt, unser unbewusster Automatismus, wir laufen so auf Autopilot, dass wir gar nicht mehr mitbekommen oder frei bestimmen, ich habe ja eine freie Entscheidung getroffen, aber meistens ist das Ganze ein Ergebnis unbewusster Prozesse. Und diese unbewussten Prozesse sind vor allem geprägt von den Werten, die wir alle haben, die wir, wie du gerade gesagt hast, von unseren Eltern mitbekommen haben, von unserem Umfeld, von prägenden Personen, als wir aufgewachsen sind. Und vor allem natürlich von unseren Überzeugungen, von unseren Glaubenssätzen, die wir im Laufe des Lebens so annehmen. Und dann passiert das Spannende. Es gibt diesen berühmten, es gibt eines meiner absoluten Lieblingsbücher, der stammt von Robert Anton Wilson, heißt Der neue Prometheus. Das ist ein super cooles Buch, also manchmal auch so ein bisschen wirklich scary. Da geht es, wenn du eine Sekte gründen möchtest, was müsstest du tun? Das ist gar nicht so schwierig, das nur am Rande. Und in einem der Kapitel... Ist gar nicht so schwierig. Nein, es ist wirklich nicht so schwierig. Und wenn man sich so manche Veranstaltung heute anguckt, gerade so in unserer Branche, da kann einem schon Angst und Bange werden, wenn man sagt, das ist doch exakt der Spiegel von dem, was da in dem Buch steht. Menschen emotional abhängig zu machen und dann mit Botschaften zu beeinflussen. Also manchmal echt ein bisschen spooky. Und in dem einen Kapitel auf jeden Fall. Sagt er als Metapher, dass unser Gehirn aus zwei Teilen besteht. Dem Denker und dem Beweisführer. Und er sagt, was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen. Das heißt, was immer wir tief und fest glauben, wenn wir der Überzeugung sind, KI ist eh Mist, ist schädlich, bringt mir nichts, dann werde ich überall, also wenn das der Denker denkt, wird der Beweisführer überall durch unbewusste Automatismen Beweise finden, dass das so ist. Und dadurch, dass ich den Beweis gefunden habe, wird die Überzeugung noch intensiver. Diese Datenautobahnen, die bei uns im Gehirn sind, werden noch fester. Und irgendwann, wenn ich einmal feste Glaubenssysteme gebildet habe, dann orientiert sich mein gesamtes Verhalten, ohne dass ich bewusst darüber nachdenke. Anhand dieser Glaubenssysteme. Das heißt, unser Verhalten ist immer ein Spiegel unserer unbewussten Programme. Und wenn ich mich im Laufe des Lebens immer nur trainiert habe, klappt nicht, funktioniert sowieso nicht, woanders ist alles besser, na ja, dann werde ich mich auch so verhalten. Obwohl ich denke, dass ich mich frei entscheide, bin ich einfach nur Opfer meiner unbewussten Muster geworden, weil sich in meinem Gehirn so eine Zombie-Ameise eingenistet hat, mehr oder weniger zumindest. Ja, ein gutes Beispiel ist die Achillessehne von Marco eigentlich. Ich habe gleich mehrere Takes dazu. Das eine, weil ich will ja, dass du auch was mitnimmst hier. Der Traktor, Bernardo Provenzano, 40 Jahre lang das Mafia-Oberhaupt. Das Buch heißt Der Traktor. Das ist eine Management-Anleitung, wie du die Mafia-Organisation führen kannst. Lest dir das gerne mal durch. Das war eines meiner Lieblingsbücher, die ich so gelesen habe. Ach, sau. Da hast du wirklich so Punkte. Ach ja. Yes! Du hast wirklich so einen Punkteplan wie du in der Mafia bist. Da musste ich gerade dran denken. Tut mir leid. Die für mich spannende Frage, weil es ist klar, was du gerade sagst. Witzigerweise ist, glaube ich, mein Problem, was ich beziffer, das Problem ist, dass ich komplett anders bin. Mein Problem ist, dass ich schnell langweilig bin, immer neu. Diese stetige Veränderung ist mein Problem, weil meine Langeweile kommt so schnell in der Komfortzone, dass ich das komplette Gegenteil bin. Das ist auch anstrengend. Wem sagst du das? Ich kenne das nur zu gut. Das halte ich offen. Jetzt kommt aber die entscheidende Frage. Wie durchschlägst du das? Wie durchbrichst du das in beiden Phasen? In beiden Perspektiven? Es ist... Sehr einfach, aber überhaupt nicht leicht, weil es ist wirklich harte mentale Arbeit an dir selbst. Du musst bereit sein, dich selbst radikal auf den Prüfstand zu stellen und dich immer wieder zu hinterfragen, dir selbst diesen Spiegel vorzuhalten, weil du kannst unbewusste Muster nur dann durchbrechen. Also fangen wir mal so an. Es gibt ja diese vier Stufen des Lernens. Und die erste Stufe ist die unbewusste Inkompetenz. Das heißt, es gibt etwas, das weißt du nicht, das kannst du nicht, aber da es unbewusst ist, spielt es auch keine Rolle. Dann hast du irgendwann, weil dir jemand dich dem Thema näher gebracht hat oder weil du dich damit beschäftigt hast, ähm, bist du in der bewussten Inkompetenz. Das heißt, du kannst es zwar immer noch nicht, aber es ist dir bewusst. Dann kommt die spannende Stufe, in der sich die meisten Menschen befinden oder damit beschäftigen und dann wieder zurückfallen. Die bewusste Kompetenz. Also kennt ja wahrscheinlich jeder... wenn wir einen Führerschein gemacht haben. Ich weiß nicht, wie das bei euch war. Bei mir ist es viele Jahre her. Ich habe den gerade gemacht. Du hast den gerade gemacht? Den Motorradführerschein. Der Autoführerschein ist ja, du sitzt da, ich musste ja noch mit Schaltung lernen. Ich auch. Das heißt, du sitzt da, Dann musst du dich irgendwie anschnallen, Spiegel einstellen, dann hast du hier deine Kupplung, dann hast du, da haben wir es noch drei Pedale, also rechts ist Gas, in der Mitte ist Bremse, links ist Kupplung. Dann quatscht dich der Fahrlehrer noch an, dann musst du Schulterblick machen und dann musst du auch noch den Verkehr im Blick haben und dann legst du den ersten Gang ein, gibst Gas und dann wird das Auto abgewürgt, weil du musst auf so viele Dinge gleichzeitig achten und es wird einfach wahnsinnig schwierig. Heute Morgen bin ich aus Gelsenkirchen zu euch hier ins Studio gefahren. Und ich weiß nicht, wie viele... Wahrscheinlich habe ich die Millionengrenze an Kilometern in meiner Laufbahn als Autofahrer längst überschritten. Und heute kann ich... Alles machen. Also wenn ich mit meinen Kiddies fahre, die plärren von hinten, dann sind wir endlich da. Ich kann nebenbei, was man ja nicht soll, theoretisch auch mal eine WhatsApp lesen, Radio einstellen, mich unterhalten, über sonstige Dinge nachdenken. Einfach weil die Tätigkeit, ich habe sie so häufig wiederholt, sie ist Teil von mir geworden. Das heißt, ich bin in Stufe 4, unbewusste Kompetenz. Und dann wird es einfach spannend. Und wie bin ich jetzt da hingekommen? Der rote Faden ist da. Wie bin ich zur... Genau, wie unterbreche ich diese Muster? Das heißt, ich muss anfangen... Die Musen merken den roten Faden. Da lag er. Und den hatte ich kurz verloren. Ich muss in der Lage sein, meine eigenen unbewussten Muster zu erkennen. Ich muss erkennen, wo habe ich überhaupt diese unbewussten Muster, die mir nicht gut tun. Es geht nur auf eine Art und Weise, indem ich mich immer wieder frage, warum verhalte ich mich gerade so, wie verhalte ich mich, weshalb treffe ich gerade diese Entscheidung, wo liegt gerade mein Fokus. Und je mehr ich wirklich bewusst lebe und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, bewusst Entscheidungen treffe, bewusst mich verhalte, desto mehr kriege ich mit, wo vielleicht meine limitierenden Überzeugungen sind, wo ich vielleicht noch Glaubenssätze in mir habe, was der Denker denkt, wird er beweisen, wie er beweisen funktioniert. Und wir werden ja täglich, und in der heutigen Zeit ist es so schwierig geworden, sich dem zu entziehen. Das Internet ist voller negativer Suggestionen, die auf uns einballern ohne Ende. Wenn wir Zeitungen aufschlagen, wenn heute noch jemand Zeitungen liest, Botschaften, noch und nöcher, Talkshows, Fernsehen, im ganzen Umfeld, wir werden so sehr mit Botschaften bombardiert und wenn wir nicht wirklich darauf achten, was die mit uns machen, gehen die eins zu eins ungefiltert rein und werden zu unbewussten Automatismen und dann habe ich irgendwann so Überzeugungen wie Geld verdirbt den Charakter oder Unternehmertum ist böse, nur staatliche Beamte wissen, wie man gut mit Geld umgehen könnte, da können wir uns ja wohl sorgen oder KI ist Ja. ein Werkzeug des Teufels. Und wenn ich das anwende... Ihr verliert alle eure Arbeitsplätze. Und wenn ich das unbewusst in mir habe, dann wird auch mein unbewusster Filter dementsprechend aussehen. Ich achte nur noch auf die Dinge, die das beweisen und das kann ich nur unterbrechen, indem ich bereit bin, diese mentale Arbeit zu machen. Und das ist hart. Können wir Ilja eigentlich zum nächsten Kunden einfach mitnehmen? Weißt du, was ich gerade gedacht habe? Wirklich. Ich habe zwei Takes. Der eine kommt ganz zum Schluss. Einer kommt ganz zum Schluss. Der kommt ganz zum Schluss. Der kommt in der nächsten Folge. Du hast heute bei mir was aufgemacht. Das kommt aber ganz zum Schluss. Aber der zweite, den wollte ich gerade sagen, wir müssten wirklich gemeinsam einen Workshop machen. Weil das, was wir machen, ist ja, wir kommen zu einem Kunden und du hast das schön gesagt, wir sind sehr praktisch, wir versuchen praktisch zu besorgen, wir sind in der KI-Welt drin und so. Aber alleine, was du gerade gesagt hast, löst so viel. Also wir müssen wirklich mal für uns mitnehmen, dass wenn wir zu unseren Kunden gehen und wir machen ja immer so einen Mind-Opener-Workshop sozusagen, das wäre so geil, wenn wir den zusammen machen würden, weil du näherst dich einfach von der anderen Seite. Das ist dein Habitus, sag ich mal, da kommst du her und wir sind halt eher die KI-Jungs, die über die Seite kommen. Aber ich glaube, es ist ein Transformationsprozess, es ist ein Change-Prozess, das wissen wir mittlerweile und wir müssen die Leute so aufmachen, aber so wie du das machst, können wir das nicht. Also das ist nicht unser Skill sozusagen. Von daher mega. Ja. Es ist sowieso spannend, ich stelle es immer wieder fest, ich glaube gefühlt mindestens 30, und KI ist ja nicht mein Spezialthema, aber ich gebe bestimmt 30, 40 Prozent mittlerweile Anfragen zu Events, wo es sagt, bei uns geht es um das Thema KI. Und dann ist meine erste Frage immer, warum wollt ihr euch denn überhaupt mit KI beschäftigen? Ja, das habe ich oft das Gefühl, dass dann will ich in einem Unternehmen, sagt irgendwie der Vorstand oder die Geschäftsführung, wir brauchen dringend mal, wir müssen uns mit KI beschäftigen, weil dann können wir einen Haken dran machen. Aber warum, was das Ziel dahinter ist, das ist oftmals etwas... nebulös oder gar nicht vorhanden, diese Antwort. Deshalb ist auch euer Podcast so gut, weil ihr das wirklich aus den unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet und den Leuten auch wirklich mal näher bringt, warum sollte ich mich denn damit beschäftigen. Es geht ja nicht darum, dass ich jetzt Experte im Benutzen von Cloth werde oder dass ich Google Gemini endlich perfektioniere, sondern ich nutze das ja nur als Tool, um irgendwas zu erreichen damit. Hoffentlich zumindest. Ja, absolut. Gibt es eigentlich in Deutschland ein Duo-Speaker oder Speaker-Duo, die so um die Häuser ziehen? Witzigerweise, als wir am Flughafen waren, haben wir gesagt, es wäre eigentlich mal ganz witzig, wenn wir so gemeinsam ein paar Sachen machen könnten. Weil vielleicht ist das ja der Staat einer. So, man weiß es nicht. Genau so. Und das ist jetzt auch wirklich alles unabgesprochen. Das ist komplett unabgesprochen, aber ich kann das komplett nachvollziehen, was du sagst. Übrigens, das, was du jetzt gerade zum Schluss gesagt hast, ist eine der Themen, die uns immer wieder umtreibt. C-Level will einen Haken setzen. und mittleres Management kriegt Angst und Panik. Weil die brauchen auf einmal Ergebnis. Wir hatten das vor kurzem aus der McKenzie-Studie in einem Podcast, wo genau das der Fall war. Irgendwie sagen 80 Prozent, sie werden effizient, aber unterm Strich kommt nichts daraus. C-Level wird böse, weil es steckt ja Geld drin. Ich bezahle ja hier Lizenzen, wozu führt das? Wir cutten die Programme. Weil überhaupt keine Zielvorstellung da ist, von dem, wo man hin will. Der eine läuft da, der andere läuft da, und auf einmal denkt man sich, was passiert hier? Und? C-Level selber ist meistens nicht unbedingt der, der das für sich selber dann auch annimmt, das Thema. Also ich will jetzt weder Namen nennen noch sonst was, aber ich kenne so einige noch, die lassen sich von ihren Sekretärinnen, also ich sage bewusst nicht Assistenten, also die 95% der C-Level haben ja mittlerweile Assistenzen, die wirklich auf Augenhöhe mitdenken und wirklich auch hochqualifizierte Personen sind. Aber es gibt auch durchaus noch gar nicht so wenige, die haben noch klassische Sekretärinnen, die ihnen die E-Mails ausdrucken und in der Mappe auf den Schreibtisch legen. Das kann ich ergänzen. Und dann kommen Notizen mit der Hand drauf und die werden wieder eingescannt. Das gibt es noch? Das gibt es noch. E-Mails, die ausgeruht werden in eine Mappe. Ja, klar. Ja, ist so. 100%. Ja, schön. Aber du hast gerade eine Brücke dir selber gegeben. Du hast eine Corporate-Vergangenheit, ja. Ja, das haben wir noch gar nicht erwähnt. Ich hab drauf gewartet, Marco. Ich bin heute Brückenbauer. Normalerweise ist ja unser Freund Hauke der Brückenbauer, aber heute bin ich Brückenbauer. Sag mal, nur am Rande, wie heißt denn eigentlich, ich kenn ihn ja nicht, wie heißt denn euer Freund, der hier eure Mikrofonständer bauen wollte? Ah, danke. Das ist ja Thorsten Fucker. Thorsten Fucker. In welche Kamera muss ich gucken? Ich kenn den zwar nicht, aber es wäre cool, wenn du das demnächst umsetzen würdest, weil es wackelt hier bedenklich. Der kommt übrigens gleich rüber. Der kommt rüber. Oh, jetzt ist es mal auch persönlich. Wir machen auf jeden Fall ein gemeinsames Foto. Wir haben das nur ganz kurz angedeutet. Du hast eine doppelte Corporate-Vergangenheit sogar und zwar in sehr, sehr jungen Jahren. Ich kann mich nicht mehr richtig erinnern, ob du nicht sogar der Jüngste warst dann? Ja. Ja, schon, ne? Erzähl mal zwei, drei Sachen dazu und was natürlich für uns mega spannend wäre, irgendwie auch eine Einordnung, wie würde das heute eigentlich aussehen? 20 Jahre später schon, so 20, 25 Jahre später? Ja, schon. Also ist wahrscheinlich auch wieder so eine kleine Brücke zu unserem Hauptthema KI. Weil ich habe ja ganz klassisch und auch sehr, sehr langweilig Betriebswirtschaftslehre studiert, mit Schwerpunkt Marketing, Wirtschaftspsychologie, weil ich einfach nach der Schule keinen Plan hatte, was ich machen soll. Da habe ich überlegt, womit kannst du gut Geld verdienen, dann mach mal das. So, dann habe ich das gemacht und ich war einfach ein schlechter Student. Dieses ganze akademische und auswendig Lernen hat mir noch nie gelegen. Das heißt, ich war während des Studiums selten im Hörsaal, habe aber schon sehr früh sehr viel Geld mit sehr coolen Jobs verdient. Also ich habe wirklich alles gemacht vom Barkeeper, ich war Dolmetscher für texanische Unternehmen, die Fließbandanlagen in Hamburg gebaut haben. Ich bin mal mit... zwei nigerianischen Geschäftsleuten durch Mecklenburg-Vorpommern getourt, die zwei Kiesgruben gekauft haben und gepanzerte Limousinen gekauft haben. Das ist kein Witz. Das ist so cool gewesen. Bananenbäume. Und ich habe unter anderem auch als Business Development Manager für eine Firma gearbeitet, die damals, und das war Anfang der 2000er, Softwareunternehmen aus Indien nach Deutschland geholt haben, was heute völlig normal ist, war damals revolutionär. Und das Coole ist, ich hatte irgendwie, und noch ganz, ganz viele andere Jobs, und ich hatte von allen irgendwie Jobangebote. Und jetzt kommen wieder die Zombie-Ameisen und die unbewussten Programme ins Spiel und meine unbewussten Filter, weil mein Vater, der natürlich sehr konservativ geprägt war, damals sagt, nix da, alles brotlose Kunst, du lernst was Vernünftiges. Und vernünftig hieß damals in dem Weltbild Konzernkarriere, da bleiben, irgendwann in Rente gehen. Okay, wenn der das sagt, dann wird das schon so stimmen. Und so bin ich dann irgendwann bei Karstadt gelandet. Und war damals, ich glaube, ich war 26, 27. Ich kann mich erinnern, als ich die erste große Führungskräftetagung hatte, saß ich so in der letzten Reihe. Und ich glaube, der Zweitjüngste war so Anfang, Mitte 40. Und ansonsten habe ich nur wirklich auf schütteres Haar, dunkelgraue Anzüge. Es war ein sehr konservatives Unternehmen. Auch sehr männlich geprägt wahrscheinlich. Sehr, sehr männlich geprägt. Und naja. ich habe angefangen und das Unternehmen rutscht in diese große Krise rein und wenn man sich damals die Geschäftsberichte angeguckt hat war das auch kein Zufall allerdings hat man immer noch so von den sagen wir mal so den Erfolgen der Vergangenheit gelebt weil gerade nach der Wende haben die Kaufhäuser die mussten morgens nur ihre Türen aufmachen die Leute sind reingeströmt und haben wirklich alles gekauft und man hat glaube ich wirklich verpasst die Weichen rechtzeitig zu stellen und Weil ich so jung war und das Unternehmen in die Krise kam und es gab einfach viele Filialschließungen, Ausgliederungen, Assessment Center von externen Management beraten, bin ich halt in so extrem kurzer Zeit sehr, sehr viel befördert worden und habe dann in sieben Jahren zehn Standorte in ganz Deutschland betreut, wirklich von einer ganz kleinen Bude bis hin zum Schluss Werther am Kurfürstendamm in Berlin. Und in der Zeit habe ich so meine Leidenschaft für dieses Thema Veränderung entdeckt, weil ich habe immer festgestellt, warum, das waren wirklich schwierige Zeiten, muss man wirklich sagen, im Nachhinein für mich natürlich ein großes Geschenk, aber damals habe ich mich gefragt, warum gibt es Leute, die damit so extrem gut umgehen, während andere irgendwie wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren und da willst du mal irgendwann Business mitmachen. Und immer wenn ich, ich hatte so einen Businessplan in meiner Schublade. Immer wenn ich so kurz davor war, den rauszuholen, gab es eine Beförderung, nochmal ein Gehalt, okay, das machst du jetzt nochmal. Und irgendwann habe ich dann so ein Angebot von einer großen schwedischen Unternehmung mit vier Buchstaben, großes Möbelhaus. Mhm. Da war ich dann auch nochmal knapp anderthalb Jahre. Ja, und dann habe ich irgendwann diesen großen Schritt gemacht. Das war 2009 und dann habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet. Aber davor, diese achteinhalb Jahre Konzernerfahrung, die haben mich natürlich A sehr geprägt und helfen mir heute natürlich auch in meiner Arbeit, weil ich einfach nach wie vor verstehe, wie ticken Konzernmenschen, was gibt es für... Offene Regel, aber vor allem es gibt ja viele ungeschriebene Konzernpolitische Strömungen. Wer hat was zu sagen, welche Rolle spielen die Betriebsräte und Gewerkschaften und was hat das mit den Hierarchien zu tun? Und hilft mir natürlich heute sehr, gerade wenn ich in Konzernen unterwegs bin, weil die Leute aber verstehen, der weiß, in welchen Situationen wir gerade sind und der versteht auch, wie wir ticken so ein bisschen. Das Thema Corporate sage ich immer wieder wie Manuel. Ich bin quasi eingestiegen, als du ausgestiegen bist sozusagen. Und war so mit Unterbrechung auch 15, 20 Jahre in der Corporate-Welt oder in der großen Company-Welt. Ich würde ja alles tun, um nicht mehr dahin zurückzumüssen. Ist das bei dir auch so? Ja, total. Also man sagt ja so schön... das Leben wird vorwärts geführt, aber im Rückblick verstanden. Ich weiß gar nicht, ich glaube, Kierkegaard hat das gesagt. Wenn ich heute zurückblicke, Ilja hat das gesagt. Nee, nee, nee. Das ist übrigens nur mal am Rande zum Thema Buchschreiben. Jeder, der alleine Blogartikel schreibt oder überhaupt mal darüber nachdenkt, ein Buch zu schreiben, sollte unbedingt die KI sämtliche Zitate einmal auf den Echtheitsgehalt checken lassen. Ich kann dir gar nicht sagen, wie viele falsche Zitate da rumschwirren. Das hat John Lennon gesagt, das hat der gesagt. Und wenn man einmal nur eine Ebene tiefer geht, stimmt das überhaupt nicht. Es gibt so viele falsche Zitate, die da draußen rumschwirren. Kann eine KI innerhalb von 30 Sekunden nachprüfen und man muss nicht in dieses Fettnäpfchen treten. Das ist nur am Rande.... ich glaube, im Nachhinein war das die beste Business-Entscheidung, die ich je getroffen habe, die Corporate-Welt zu verlassen, ein eigenes Ding zu machen, damals war es natürlich super hart, also muss man wirklich sagen, aber im Nachhinein super gut und so sehr ich... heute darauf zurückblicke und so sehr ich es auch zu schätzen weiß, dass ich diese Erfahrung machen durfte, ich stelle immer wieder fest, gerade auch in Briefings, wenn es dann diese, letztens habe ich, in einigen Konzernen wurde ich eingeladen für ein Briefing, um ein anderes Briefing vorzubereiten. Und als ich dann gesagt habe, das mache ich nicht, sind die aus allen Wolken gefallen, weil die sich gar nicht vorstellen können, dass man das auch anders machen könnte. Ich bin total froh, ich arbeite immer noch gerne mit Konzernen und Corporates, bin aber super froh, dass ich mein eigenes Ding machen kann und dass ich in vielen dieser oftmals auch unsinnigen Prozesse nicht mehr gefangen bin. Wobei es gibt einen spannenden Punkt, da hatten wir vor kurzem zu gesprochen und das ist genau 100 Prozent quasi deins. Ich habe zu Manuel gesagt, es ist Wahnsinn, dass ich das sage oder verrückt, dass ich das sage, aber als Führungskraft jetzt nochmal in einem Corporate zu arbeiten, mit den Mitteln, die du heute hast...... diesen Transformationsprozess zu machen im KI-Zeitalter. Weil wir hören immer wieder in letzter Zeit, dass bei den großen Companies die CEOs wiederkommen. Die sagen, jetzt ist die Chance, eine Company nochmal komplett neu zu denken. Wurzeln rausreißen etc. Letztes Beispiel war jetzt Udo Müller von Ströhr, den wir gehört haben. Hätte ich schon noch Bock drauf. Du nicht? Wenn du das so sagst, klingt das so einfach. Ja, klingt gut. Es kommt immer so ein bisschen darauf an, wie groß so eine Organisation ist. Es haben ja schon viele versucht, gerade in großen Organisationen diese Startup- Mentalität reinzubringen, indem sie entweder kleine Units gebildet haben. Unterm Strich ist es, glaube ich, wahnsinnig schwierig, eine bestehende Struktur, gerade mit mehreren Zehntausend, vielleicht Hunderttausend Menschen, die da tätig sind, auf links zu drehen, um 180 Grad den Kurs zu wechseln, weil das einfach so eingefahren ist. Wahrscheinlich wäre es einfacher, nochmal von Null zu Beginn was aufzubauen, als eine bestehende Struktur zu verändern. Weil das ist ja auch eine der Gründe, warum so viele Veränderungsvorhaben scheitern, wenn irgendjemand im C-Level feststellt, ähm, Wir müssen, unsere Kultur passt nicht zu uns, wir müssen die Kultur ändern, was ja eigentlich nichts anderes ist. Die Menschen sind ja da, die wir haben und wir sagen, ihr müsst euch, alle Menschen, die hier arbeiten, ihr müsst anders werben. was eigentlich so gut wie nie funktioniert. Das heißt, ich kann ja nur anfangen, von Anfang an Menschen anzuziehen, die Bock haben auf unsere Kultur und die unsere Kultur mitprägen wollen. Bestehende Menschen im Kern zu verändern oder verändern zu wollen, ist eigentlich immer zum Scheitern verurteilt. Also es klingt spannend, aber ich glaube, da würden auch wir beide uns sehr, sehr schnell die Zähne ausbeißen. Achso, ja, du müsstest ja bei dem Thema, du hast eben die vier Phasen des Lernens angesprochen, du müsstest ja die Leute alle von Phase 0 in Phase 4 bekommen. Also alle haben nichts mit KI zu tun, denen musst du jetzt allen sagen, guck mal, ihr arbeitet jetzt anders, ihr müsst euch mit KI beschäftigen. Dann kommt wieder die unbewusste Kompetenz mit rein. Ja, nee, die macht uns alle arbeitslos, ich wehre mich dagegen. Also du hast, ich glaube, du bist machtlos. Also ich würde es auf gar keinen Fall machen, was du gesagt hast, in Corporate reingehen und zu sagen, ich drehe euch jetzt auf links. Also ich glaube, es ist nicht möglich. Ich muss das einmal vielleicht erklären. Ich hatte einen Ex-Geschäftsführerkollegen, der war sehr gut darin, Organisationen zu... Aber das ist neu zu strukturieren, weil, und nur darum geht es mir, weil der so einen Handkoffer hatte. Also der hatte so einen Werkzeugkasten und der wusste genau, wenn ich das und das und das mache, dann passiert das und das. Das geht mir gar nicht um richtig oder falsch, sondern eher so ein bisschen so diese Herausforderung, mit diesem Werkzeugkoffer noch mal irgendwo hinzugehen und das zu tun. Also ich bin davon völlig weit weg, aber du verstehst so ein bisschen, wo ich hin will. Ja, total. Also, die Aufgabe an sich ist wahrscheinlich reizvoll für ihn. Ja, ja. Also, ich glaube, A, brauchst du einen ganz neuen Werkzeugkoffer. Also, den bestehenden kannst du gar nicht mehr dafür nutzen. Vielleicht für Oberflächlichkeiten, aber für eine grundlegende Veränderung der Firma kannst du das nicht machen. Und ich bin da eher auf Ilias Seite, dass man sagt... Du kannst den Menschen nicht verändern, du brauchst neue Menschen. Du musst Leute dir ranholen, die das von Beginn an schon getrieben haben und du brauchst halt die neue Generation. Du kriegst die Generation X nicht darauf gemünzt, dass die jetzt so und so arbeiten. Aber dann rasieren wir uns jetzt mal, dann schneiden wir uns jetzt mal die Beine ab, auf denen wir stehen. Wir machen aktuell KI-Transformationsprogramme. Ja. Auch du machst ja Transformationsprogramme. Man müsste dann eigentlich ja mit C-Level-Company sprechen, also mit C-Level-by-Company sprechen und sagen, hier wird nichts transformiert, hier wird neu aufgebaut. Richtig? Ja. Weil ich, deshalb arbeite ich so gern mit mittelständischen Unternehmen. Weil da hast du... einen Inhaber, eine Inhaberin oder eine Geschäftsführung und die treffen eine Entscheidung, leben das im Idealfall vor, stecken ihr eigenes Geld rein und sind natürlich auch daran interessiert, dass die Company in fünf oder zehn Jahren noch erfolgreich ist. Da geht es auch um Legacy, da geht es um, ich will auch nachhaltig, ich habe Verantwortung für die Menschen, die bei mir arbeiten, für die Familien, die dahinter, du hast immer eine persönliche Verbindung. Bei Corporate und das muss man auch immer sagen, Ich kenne wirklich auch eine ganze Menge... C-Level Leute, ob das CEOs sind oder CFOs, CMOs, die mit wahnsinnig viel Idealismus, guten Ideen angetreten sind, die wirklich wollen, die den Anspruch haben, ich möchte jetzt diese Firma, wo ich angetreten bin, ich möchte die positiv verändern, aber du hast halt so viele unterschiedliche Stakeholder, ob das der Aufsichtsrat ist, ob es der Betriebsrat ist, ob es die Management Level drunter sind, du hast so viele Menschen, die mitreden, die Und nicht immer in die gleiche Richtung ziehen, dass das ein wirklich schwieriges Unterfangen ist. Das heißt, du musst wirklich klein anfangen. Wahrscheinlich nicht um 180 Grad drehen, sondern du musst vielleicht mal mit einem Prozess anfangen und die ersten Leute hinter dich bringen und sagen, wow. Das ist ja cool. Also wir haben jetzt mal mit dem KI-Projekt angefangen und wir haben richtig gute Ergebnisse. Und dann sagst du, wow, wenn das in der Abteilung funktioniert hat, machen wir es auch mal in der nächsten. Das heißt, ich glaube, da ist wichtig, dass du den Weg der kleinen Schritte gehst und Schritt für Schritt Menschen hinter dich bringst und Menschen hinter die Idee bringst. Was nicht heißt, dass es dann einfacher wird, weil natürlich auch davon dann immer Leute von außen mit reinquatschen wollen. Ja. Möglich ist es auf jeden Fall. Ich glaube bloß, dass du, je größer eine Organisation ist, desto herausfordernder wird es, auch wirklich nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Weil im Zweifelsfall sind dann auch entscheidende Menschen nach zwei Jahren weg und sagen, okay, ist halt auch nie mein Geld gewesen, das wir jetzt hier in den Sand gesetzt haben. Ich ziehe weiter zum nächsten. Und das ist halt die Herausforderung bei großen Konzernen. Ich glaube, du hast es gerade richtig gesagt, du hast...... an einem gewissen Punkt zu viele Stakeholder am Tisch. Ich würde da einen Kunden von uns zitieren, einen Inhaber,...... der gesagt hat, auch, wo er über das Thema KI-Transformation gesprochen hat,...... und der meinte, weil wir gesagt haben, okay, was mit Betriebsrat,...... müssen wir erst durch den Betriebsrat und alles, und der meinte,...... wenn ich einen Betriebsrat habe, dann verkaufe ich den Laden. Also, wenn ich einen haben muss, dann hör ich auf, weil... Das crasht einfach alles. Also wir haben teilweise Kunden, wo ein Prozess zwei Monate lang auf Eis liegt, weil erstmal der Betriebsrat drüber gucken muss. Das ist, glaube ich, das größte Problem. Und ich glaube, du hast es richtig gesagt, also ich meine, unser Traumkunde ist genau das, ein Mittelständler, der Inhaber geführt ist, wo der Inhaber sitzt und sagt, guck mal, wir springen jetzt auf A und keiner hat was zu melden. Also er entscheidet einfach. Und sobald du in den Punkt kommst, wo du sagst, okay, jetzt müssen wir aber noch hier den abholen, der muss noch entscheiden und der hat aber jetzt Urlaub, dann müssen wir den nächste Woche, ist vorbei. Dann hast du keine Chance mehr und lebst vielleicht noch so lange, wie dein Geschäftsmodell sich einfach trägt, weil du groß genug bist. Das ist ganz witzig, du hast ja heute auch drüber gesprochen, dass Apple und so dieses ganze Shop-Thema und so nicht so ganz...... hinbekommt, dass die vielleicht auch irgendwann deswegen sterben werden, aber... Also vielleicht mal eine spannende Frage, wie du das siehst, weil...... eigentlich ist das ein mutiger Take von mir zu jetzigem Zeitpunkt. Aber ich war jetzt zwei, dreimal in einem Apple Store. Ich finde, schlechter kannst du es nicht machen, als es Apple macht. Da laufen 20 Leute rum, aber keiner hat Verantwortung für dich. Die haben alle ein iPad in der Hand und schicken dich von A nach B, von B nach C. Und wenn du irgendwann mal fragst, kann mir einer helfen, sagen alle nein. Und ich habe momentan richtig Beef mit Meta. Also so richtig Beef mit Meta. Und das kann nur funktionieren, weil sie so groß sind, wie sie sind. Also wenn da irgendwie mal was passiert, irgendwie im Sinne des Wettbewerbs oder keine Ahnung was, wird jeder weggehen. Und ich sehe das bei Apple tatsächlich ein bisschen ähnlich, dass diese User Experience, wie man so schön sagt, im Laden ist eine Vollkatastrophe. Aber ja, das ist nur mein Ding. Und wir kamen witzigerweise von Karstadt drauf, unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Das habe ich in der Folge gesagt, die nicht ausgestrahlt wird. Du bist nochmal am Rande. Es ist eine spannende Entwicklung. Wenn ich mal zurückblicke, du wirst dich nicht erinnern können, aber du, Marco, wir sind ja gleiche Generation, ich bin ja x Jahre älter als du. In der früheren Zeit, in der Blütezeit der Kaufhäuser, hattest du wirklich in jeder Etage, das Konzept war ja immer dieses Alles unter einem Dach. Das heißt, du hattest meistens unten Lebensmittel, oben Sport oder Multimedia. Und dann wirklich... Du hast alles unter einem Dach bekommen. Du hast wirklich auch in jeder Abteilung eine Bereichskasse gehabt. Das heißt, bist du bei den Knöpfen gewesen, hatten die Knöpfe eine einzelne Kasse, wo du bezahlen konntest. Dann hattest du die Strumpfabteilung, da gab es auch eine Bereichskasse. Es ist egal, wo du warst, du konntest immer an diesen kleinen Kassen bezahlen. Dann irgendwann... Als natürlich der Umsatzdruck kam und Kostendruck kam, das hat man als erstes gemacht, man hat die Bereichskassen oder diese einzelnen Abteilungskassen aufgelöst und hat dann pro Etage zwei große Kassenblöcke jeweils an den Rolltreppen gemacht. Das heißt, die haben alle Bereiche auf einmal abgegrast und ich weiß noch wie heute, das funktioniert nie. So, dann wurde der Druck immer größer, dann wurden aus zwei Etagenkassen irgendwann eine große Kasse. Große Aufschrei klappt nie, haben wir gar nicht genug Personal für die Kunden, akzeptieren das nie. Auch das hat funktioniert. Irgendwann ist man dann so weit gegangen, dass man teilweise nur noch eine Kasse für zwei Etagen gehabt hat. Dann ist man irgendwann hingegangen, das haben ja heute viele... Auch Supermärkte, Ikea hat das auch schon vor Jahren eingeführt, Self-Scanning-Checkouts. Das heißt, da haben die Kunden auch einmal selber angefangen zu scannen. Und Apple, deshalb komme ich drauf, ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Die haben gar keine Kassen mehr. Da schnappst du dir dein Smartphone, machst klack, klack. FaceTime, äh nicht FaceTime, FaceID und zahlst per Apple Pay. Das heißt, die kommen komplett ohne Kassen aus. Und der Punkt ist, auch wenn du dich jetzt nicht wohlgefühlt hast, die können sich vor Kunden gar nicht retten. Bestes Beispiel, jetzt ist ja gerade wieder, und das ist immer so, Apple hat ja vor zweieinhalb Tagen oder vor zwei Tagen das iPhone Duo raus- oder vorgestellt. Dieses Club. Smartphone, wo die auch wieder, wie bei vielen anderen Geräten auch, wieder Jahre hinter dem Wettbewerb sind. Also Apple war ja nie First Mover. Und alle sagen, braucht kein Mensch, ist viel zu teuer, ist technisch Jahre hinter wahrscheinlich Samsung, Huawei, wenn es sonst noch so geht. Aber eins kann ich dir jetzt schon sagen, wenn du im nächsten Jahr dir den Geschäftsbericht anguckst, wird dir sagen, Apple schreibt Rekordzahlen, haben sich dumm und dusselig verkauft mit diesem iPhone Duo. Das heißt, du magst nicht happy sein. Aber das Geschäft brummt bei Apple. Weißt du, das ist immer so unsere Lieblingszahl, wie viel Dollar Umsatz Apple mit AirPods macht, also nur mit den Kopfhörern? Das werden einige Milliarden sein. Ja, sind fast 20 Milliarden so mittlerweile. Nur mit den Kopfhörern. Also die Zahl, die ist jetzt zwei, drei Jahre, da waren es 17,x Milliarden. Und damit sind nur die Kopfhörer von Apple erfolgreicher als alle anderen Firmen, die es so gibt. Es ist auch mein absolutes Lieblingsprodukt von Apple. Ja. Die einfach... Ohne diese Kopfhörer könnte ich nicht leben. Ich habe sie wirklich bei allem dabei, ob ich jetzt unterwegs bin, ob ich reise, ob ich mir in der Bahn was angucke, ob ich Zoom-Calls habe, die sind immer dabei, weil sie einfach extrem gut sind. Aber ich habe sogar nochmal gelesen, Der meiste Umsatz in dieser Kategorie wird auch nicht mit den iPhones gemacht, auch nicht mit iPhone-Apps, wo natürlich auch sehr, sehr viele clevere Unternehmer Geld mit verdienen, sondern mit Hüllen. iPhone-Hüllen und Drittparty- oder Thirdparty-Zubehör dazu. Manuel, ich will dir keine Fragen wegnehmen, aber ich würde langsam Richtung Ende gehen. Hast du noch irgendeine Frage, die du loswerden willst? Nee, an sich nicht. Ich komme so Richtung Ende über eine persönliche Frage, Ilja. Du hast eben gesagt, du hast zwei Kinder. 20 und 13. Siehst du einen Unterschied in der KI-Nutzung zwischen den beiden oder ist das schon quasi eine Generation aus deiner Sicht? Also sie sind ähnlich, aber dann doch wieder unterschiedlich. Weil ich kann mich erinnern, meine große Tochter ist im Jahr 2005 geboren. Und meine kleine Tochter ist im Jahr 2012 geboren. Und als die dann so zwei, drei, vier Jahre alt war. Wir haben natürlich alles per Smartphone gefilmt, Videos gehabt, haben uns die angeguckt. Und ich weiß noch, da war meine Große, die war vielleicht zehn oder elf, da hat die mich mal gefragt Sag mal Papa, warum habt ihr denn von mir eigentlich keine Videos, als ich so klein war? Und da habe ich gedacht, ganz einfach, als du geboren warst, da gab es noch kein iPhone. Nach dieser Viga gab es noch kein iPhone. Das ist erst im Jahr 2007 ist das auf den Markt gekommen und die ersten iPhones konnten auch noch keine Videos. Das vergisst man ja nicht. Das heißt, wir sind ja die Generation, wir sind noch klassisch analog aufgewachsen. Wir mussten noch anrufen, mussten noch fragen, hallo Frau so und so, darf ich mal Ihre Tochter sprechen? War immer sehr unangenehm. Wir haben uns noch analog verabredet. Wir wussten nicht, kommt der noch oder kommt der nicht? Oder wenn Verspätung war, wann? Das hat aber trotzdem funktioniert. Und dann haben wir natürlich die ganze Technologie angefangen mit den Palm PDAs und den Nokia Communicators. Ich weiß nicht, was du alles hattest. Ich hatte genau das. Ich hatte sogar den Pager noch. Also wir haben das alles mitgemacht. Das heißt, wir haben, und ich glaube, ich bin so dankbar dafür, dass wir die Generation sind, die auch noch analog aufgewachsen ist. Wir können analog, sind aber mit der Technik von klein auf aufgewachsen. Wir haben das Beste aus beiden Welten. Meine große Tochter ist... Ja, schon aufgewachsen mit Technik, aber am Anfang auch noch mit DVD-Playern. Und ich dachte, meine kleine Tochter, Generation Alpha, von Anfang an, mit Apps, mit KI, mit Smartphone, habe auch festgestellt, bei meiner großen... Die haben wir dann irgendwann, als die, ich glaube, zwölf oder dreizehn waren, gesagt, jetzt wird es mal Zeit, dass die ein Smartphone mitbekommen, damit wir sie auch mal erreichen können. Das war bei meiner kleinen Tochter wesentlich früher. Weil sie natürlich auch gesehen hat, meine große Schwester hatte das und ist völlig normaler geworden. Es gibt ja, und ich weiß noch, und das ist vielleicht ein Paradebeispiel, als Elisabeth, das ist die Kleine, als die in der Kita war. Hat dann die Kita ganz, und das Thema Bildung, gut, dass wir das nicht gestriffen haben. Bildung und KI und Bildung und Technik, das könnten wir acht Podcasts machen, weil es echt desaströs ist bei uns in Deutschland, aber das nur am Rande. Hat die Kita groß angekündigt, sie hätten jetzt einen Lerncomputer organisiert für die Kinder. Und das war so ein Riesenapparillo, der stand in so einem separaten Raum. Aber die Erzieher hatten 0,0 Ahnung, wie der funktioniert. Und da haben die Kinder... Damals drei oder vier Jahre den Erzieherinnen erklärt, wie man den benutzt, weil die halt mit ihren iPads aufgewachsen sind. Und das trifft es, glaube ich, ganz gut. Es ist von Anfang an Teil des Alltags geworden oder war von Anfang an Teil des Alltags. Und deshalb ist es einfach normal mit allen positiven, aber auch negativen Effekten, die dahinter sind. Du hast gerade was Witziges gesagt. Wir hatten das auch heute Morgen im Podcast. Du hast gesagt, die Zeit, in der wir beide groß geworden sind jetzt, du findest das fantastisch, dass wir diese Stufen alle mitgemacht haben. Wir stellen uns immer eine persönliche Frage. Und die heute Morgen in dem Podcast, der nicht ausgestrahlt wird, war, wie gut ich es finde, dass ich genau in der Zeit gelebt habe, in der ich gelebt habe. Oder ob ich lieber in einer anderen Zeit noch gelebt hätte, ein bisschen nach vorne und nach hinten. Und dann muss man dazu sagen, wir beide haben ein Buch, was wir gerne lesen oder gelesen haben. Malcolm Gladwell, Outliers auf Englisch oder Überflieger auf Deutsch. Die 10.000 Stunden. Die 10.000 Stunden Regel, genau. Wir haben ein Hörbuch davon. Das ist eines meiner Lieblingsbücher. Gladwell, gerne lese auch die anderen Bücher von ihm. Und er sagt ja, dass es auch auf Momentum ankommt. Also wo bist du, wann, was hast du zur Verfügung? Natürlich. Und sowas alles. Und so als Typ, und das war ganz witzig, ich hätte gerne 20 Jahre vorher gelebt, weil ich, glaube ich, als Typ in der Nachkriegszeit noch viel mehr gerissen hätte, als ich jetzt gerissen habe. Jetzt kommt die spannende Frage an dich, Ilja. Du bei Madman kann ich mir gut vorstellen. Ja, ganz genau. Aber ich habe bei dir jetzt rausgehört, trotzdem die Frage an dich. Ist es die perfekte Zeit für dich? Oder hättest du auch vielleicht lieber gesagt, ich wäre jetzt so alt? Weil Manuel sagt, jetzt ist für ihn perfekt. Diese KI-Welle mitnehmen. Ich will jetzt nicht klingen wie mein eigener Großvater. Aber ich glaube... Ich stimme eher dir zu. So sehr ich die Technik mag, so sehr ich sie auch nutze und so sehr ich auch die Vorzüge zu schätzen weiß, ich finde es, und es ist einfach wie es ist, wir werden das weder beschleunigen noch verhindern können, ich glaube, Alleine für unseren menschlichen Geist ist es auf Dauer auch nicht gut, wenn wir diese komplette Dauerbeschallung haben. Und wir waren früher einfach gezwungen, auch mal Zeiten der Langeweile auszuhalten. Wir waren gezwungen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Und zwar mental meine ich jetzt vor allem. Und wir haben einfach auch mal mehr den Moment genossen. Und ich habe das selbst erlebt und das hat mich selbst erschüttert. Ich trete mir immer ein, ich habe ja immer mein Smartphone dabei und nutze das ja auch sehr, sehr viel zum Arbeiten. Aber ich habe vor einem Jahr irgendwann festgestellt, es ist mir schwer gefallen, einfach irgendwo zu sitzen, ob das in der Flughafenlounge ist oder irgendwo auf einer Bank, ohne dass ich impulsiv mein Smartphone raushole und gucke, ist da irgendwas? Und das wollte ich nicht. Und deshalb glaube ich... dass die frühere Zeit große Vorzüge hatte. Und ich persönlich wäre, glaube ich, auch gerade so 60er, 70er Jahre, alleine weil die Musik damals so um Klassen besser war, als sie das heute ist. Ich glaube, so die 60er, 70er wären meine Zeit gewesen. Ich habe eben zu Manuel gesagt, das war auch ein bisschen wilder. War ein bisschen mehr für uns wahrscheinlich. Naja, es hat auch wieder was mit KI. Guck mal, wenn du mal guckst, nimm die 60er, 70er, auch noch die 80er, 90er. Wie viele ikonische Bands, Sängerinnen, Sänger wurden damals in die Welt gespült, die auch die heutige Generation noch hört. Also meine Töchter, die wissen, wer Michael Jackson ist. Die wissen, wer Iron Maiden ist. Die kennen sie alle. Led Zeppelin. Alle, und wenn du dir mal heute anguckst, alles kannst du mit KIs ganze Songs machen. Die sind auch alle auf Platz 1 der Charts, die sind auch super erfolgreich. Aber drei Monate später, zack, wieder vergessen, kommt das nächste. Es ist einfach einheitsbrei geworden. Ich glaube tatsächlich, dass KI den Menschen dahin wieder zurücktreiben wird. Also ich glaube, durch KI und durch diese Überflutung von allen Seiten, allen Inhalten, wird der Mensch wieder zurückgehen und sagen, okay, wir machen wieder ein bisschen mehr. Connecten, echte menschliche Beziehung. Also das zeigt sich ja jetzt schon. Wir haben jetzt schon diese Run-Clubs, der Sport wird anders gemacht. Das ist nicht mehr, keine Ahnung, du gehst nur die Bank drücken, sondern du triffst dich, du hast... in einem Café gefühlt schon irgendwie High-Rocks-Studios und so. Also dieser Connect kommt zurück, also zumindest das, was ich jetzt beobachte. Ähm... Deswegen glaub ich, wir sind sogar eher wieder auf einem guten Weg. Wir haben jetzt lang genug uns... Doomscrolling und so was betrieben und Reels jeden Tag geguckt. Ich bin guter Dinge, was das angeht tatsächlich. Und ich glaube auch, dass die neue Generation, die jetzt, keine Ahnung, 2015, 2018 geboren ist, Die wird das Thema wieder in diese Richtung treiben. Also ohne jetzt zu philosophisch werden zu wollen, ich glaube sowieso, wenn du so eine Frage stellst, die beste Zeit ist immer der, in der wir leben. Weil wir haben jetzt die Möglichkeit, was daraus zu machen, irgendwie so den Stempel unserer Persönlichkeit raufzulegen. Und unterm Strich liegt es ja immer an uns. wie wir Technik nutzen, wie wir KI einsetzen, ob wir es positiv einsetzen oder ob wir unser eigenes Gehirn in einer Art Dauermikrowelle mit Instagram-Doom-Scrolling versplittern. Das heißt, wir haben alle die Möglichkeit, was Cooles draus zu machen, Oder eben auch nicht. Und deshalb ist, glaube ich, auch so ein Podcast wie euer so wichtig, um den Leuten zu zeigen, hey, das ist eigentlich eine der geilsten Sachen, die es gibt, wenn ich weiß, warum ich es nutze und wie ich es am besten einsetzen kann. Schöner Schlusssatz. Ich habe aber noch einen Take. Ach so, du hattest ja den Cliffhanger vor. Ich bin auch sehr gespannt. Ich möchte vorhin noch einen Satz sagen. Also im Mittelalter, wo irgend so ein Ulf morgens macht und zehn Leuten den Kopf abhackt. Da hätte ich wirklich gerne leben wollen. Also Mittelalter ist so eine Zeit, da bin ich komplett raus. Das wäre ja nicht meine Zeit gewesen, aber ansonsten bin ich bei dir. Jede Zeit hat so seine guten Seiten und wir können gerade extrem mitgestalten. Ja, total. Mega, mega schön. Ne, mein letzter Take. Ich bin ja auch groß mit so Ankündigungen, aber Ilja hat wirklich das Thema Buchschreiben in mir aufgemacht. Ich habe es geahnt. Oh, Gänsehaut. Also ich meine, du weißt, ich habe Medienkommunikation studiert, ich bin ausgewählter Journalist. Marco kann wirklich gut schreiben. Ich habe ein Volontariat gemacht und schreibe auch sehr gerne. Du hast da, du hast schon mal was bei mir aufgemacht, das habe ich dir damals gesagt, du hast heute auch wieder was bei mir aufgemacht. Ich hätte schon wirklich große Lust, auch mit den Möglichkeiten, die es heute gibt, um das mal klar zu sagen, also mit KI zu nutzen, aber dann doch selber ein Buch zu schreiben, weil, und das muss man auch sagen, es könnte auch schon cool auf uns einzahlen. Du hast das eben richtigerweise gesagt, wir haben tausende von Storys, die wir erleben oder erlebt haben. Wir lesen unfassbar viel, um diesen Podcast zu machen, hätte ich schon große Lust drauf. Eine Frage, mit der ich mich selbst viel beschäftige, wo mich mal euer Meinung interessieren würde. Gerade in diesem digitalen Zeitalter, wo sich auch Medien rasant verändern. Wie seht denn ihr die Zukunft des Mediums gedrucktes Buch? Oder haben wir mal einen Podcast zugemacht? Ist das noch relevant in der Zukunft? Kann man unterstreichen. Ich habe mal gesagt, die breite Masse da draußen, die liest auch gar nicht mehr. Das war so mein Take. Es ist jetzt nochmal ein Unterschied, weil eure Bücher sind jetzt keine Geschichten, die ihr erzählt. Es ist ja eher Coaching, Weiterbildung, Informationen. Da geht es ja nicht um das Einhorn durchreitet jetzt den Wald oder sonstiges. So eine Bücher liest du? Ja. Gut zu wissen. Stark, stark. Nee, ich glaube schon, dass das Impact hat. Also ich lese auch wenn eher Bücher, die mich irgendwie weiterbringen. Deswegen glaube ich schon, dass das noch eine Zukunft hat. Und wahrscheinlich auch da wieder zurückgeht zum gedruckten Buch, weg von den Kindles und E-Papern und was auch immer. Die Leute wollen wieder so ein bisschen was in der Hand haben, wollen wieder blättern, glaube ich. Deswegen, ich finde die Idee gut, Marco. Also ich bin Supporter auf jeden Fall. Es ist ja schon ein Zeitaufwand, wie du eben richtigerweise gesagt hast. Zu deinem Thema Buch, da habe ich eine Meinung zu. Ja. Ich muss einmal dann doch nochmal hinten raus zwei Minuten ausholen. Ich war ja viel in Medienhäusern unterwegs und war selber verantwortlich in Medienhäusern. Wir hatten sogar einen Buchverlag und alles, was dazugehört. Ich glaube, dass häufig der Fehler gemacht wurde in Bezug auf Gattung Zeitung, dass die Zeitung verwechselt wurde mit Content. Die Zeitung ist ein Distributionskanal. Genauso wie das Handy, genauso wie ein Podcast, genauso wie ein Video oder was auch immer. Am Ende des Tages, und das ist meine Denke, ist es extrem wichtig zu verstehen, dass jeder da draußen anders rezipiert. Und zwar seinen eigenen präferierten Kanal. Ich höre extrem gerne Podcasts, das ist halt so. Wenn ich lese, lese ich übrigens ein Buch, ein gedrucktes Buch, so. Weil du hast Lean Back, Lean Forward, du kennst das Thema, du hast diese entspannte Situation, deswegen lese ich lieber das gedruckte Buch. Aber ich will mich so ein bisschen davon lösen, Also das Buch, also das geschriebene Buch sozusagen, es ist egal am Ende des Tages, wie du es distribuierst. Du musst die Menschen dort erreichen, wo du sie erreichen musst, auf ihrem Kanal. Und ich glaube aber, um das abzuschließen, der Kanal wird immer wieder analog werden oder immer weiter analog. Weil das, was Manuel gerade eben gesagt hat, schau mal, ich habe mal versucht, ein paar Bücher auf dem Handy oder auf dem iPad zu lesen. Parallel kriegst du ja 400 WhatsApp. Parallel kriegst du Nachrichten, Mails. Du kannst ja kein Buch lesen. Da passiert ja nicht das, was eigentlich passieren sollte, wenn du ein Buch liest, nämlich dass du dich mit dem Inhalt des Buches beschäftigst, Leanback hast und ein bisschen runterfährst. Deswegen, ich glaube auf keinen Fall, dass es ausstirbt. Auf keinen Fall. Witzigerweise, die Tageszeitung schafft das nicht. Ja, ist so. Also ich meine, da kannst du ein Lineal dran halten. Das ist relativ, relativ klar. Vielleicht ist es da auch inhaltlich nochmal getrieben, I don't know. Aber die schafft es nicht. Aber was das gedruckte Buch betrifft, bin ich tatsächlich Fan, ja. Da würde ich exakt zustimmen. Sowohl was die Zeitung angeht, als auch was die Bücher angeht. Und von daher freue ich mich jetzt schon auf dein Buch. Weil ich glaube einfach... Oh, jetzt habe ich Pressure. Jetzt habe ich es gemacht. Nee, nicht Pressure. Ich glaube, wenn jemand... ein Fundus an Erfahrung und Expertise hat, coole Ideen im Kopf und gerne schreibt, dann ist das Buch das geilste Medium, das es gibt. Es gibt natürlich auch sehr viele, die sagen, ich brauche ein Buch als Marketing-Tool. Mhm. Aber ich kann nicht schreiben. Diesen Leuten würde ich immer sagen, dann schreib halt kein Buch. Dann mach halt... Mach einen YouTube-Kanal, mach einen Podcast, wenn das nicht dein Ding ist. Aber wenn du gerne schreibst, es gibt nichts Besseres als ein Buch, um deine Ideen in die Welt zu lassen. Und von daher... Sind wir gespannt, wann es denn kommt. Vielleicht nerve ich dich dann nochmal. Ja, du, Ilja. Hey, Ilja, von unserer Seite aus Riesendank, dass du hier warst. Die zweite Folge war schon fast noch mal länger als die erste. Das heißt, wir haben 1,45 insgesamt gesprochen, mit Sicherheit. Ist der längste Podcast, den wir je gemacht haben. War aber auch super, super spannend und interessant. Ich habe viel mitgenommen und gelernt. Ich auch. Also wirklich viel mitgenommen und gelernt. Ich habe... Oder ich verspreche dir eins, wir können es dir nur von unserer Seite aus versprechen, wir werden dich auf jeden Fall mal mitnehmen, weil es sinnvoll ist, mal Workshops von beiden Seiten zu betrachten. Halte ich für extrem wichtig, die Menschen auch nochmal ganz anders, einen ganz anderen Mind-Opener zu machen. Hätte da große Lust drauf, dass wir mal gemeinsam sowas machen. Und ansonsten bleiben wir mit Sicherheit im Austausch und Kontakt. Es war mir ein ganz großes Fest und vor allem... Hat es mich sehr gefreut, Manuel, dass du so gut vorbereitet warst. Du Zombie-Armer. Stark. Alles klar, vielen Dank. Danke. Ciao.
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